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1136-1799

1136

Diestedde wird als Pfarrort erstmals urkundlich erwähnt. Das Kloster Liesborn ist laut dieser Urkunde im Besitz eines Zehnten, der "infra parochiam Disteten" (innerhalb der Pfarrei Diestedde) liegt. Das Patronatsrecht der Pfarrkirche als Lehnsträger des Grafen von Rietberg besitzt der Burggraf von Stromberg. Er hat das Recht, die Pfarrstelle zu besetzen. Vermutlich hat die Burggrafenfamilie auch die Pfarrkirche in Diestedde gegründet. Seit der Gründung sind alle Diestedder Pfarrkirchen dem heiligen Nikolaus (Fest am 6. Dezember) geweiht.

1177

Die Wasserburg Crassenstein wird erstmals urkundlich erwähnt. Die Vermutung liegt nahe, dass sie vom Stromberger Burggrafen einerseits gebaut worden ist, um den Stromberger Besitz in Diestedde zu bewahren, andererseits aber auch zum Schutz des 1130 in ein Benediktinerkloster umgewandelten Kanonissenstiftes in Liesborn.

1217

Bischof Otto I. von Münster (1204-1218) bekundet, dass in der Kirche zu Thistede der heilige Niklolaus sehr verehrt wird.

1250

In dieser Zeit taucht die Familie von Wendt im lippischen Lande auf. Sie ist reich begütert und sucht in ihrem Streben nach Macht, in den Besitz strategisch günstiggelegener Burgen zu gelangen.

1318

Bischof Ludwig II. von Münster (1310-1357) bekundet, dass alljährlich zu Diestedde eine Nikolauswallfahrt und eine Nikolausprozession stattfinden.

1376

Burggraf Johann II. von Stromberg befindet sich in kriegerischen Auseinandersetzungen mit Bischof Florenz von Münster (1364-1378). Während dieser Fehde wird vom Bischof Florenz und seinem Verbündeten, dem Bischof Theoderich von Osnabrück, das Schloss Crassenstein erobert.

1498

Nach einer Einteilung des Oberstiftes Münster gehört Diestedde zusammen mit Benteler, Herzfeld, Hoetmar, Liesborn, Oelde, Ostenfelde, Sünninghausen und Wadersloh zum fürstbischöflichen Amt Stromberg.

1535

Die Angehörigen der Familie von Wendt zu Crassenstein wenden sich der Reformation zu. Während dieser Zeit werden auch die öffentlichen Nikolausverehrung und die Nikolausprozession in Diestedde untersagt.Die Familie von Wendt-Holtfeld bleibt katholisch.

1636

Das heutige Wasserschloss Crassenstein, erbaut von Franz III. von Wendt und seiner Gemahlin Anna von Ketteler zu Assen, wird fertiggestellt.

1652

Der erste namentlich bekannte Lehrer, Johannes Helme, der gleichzeitig Koch auf Crassenstein ist, unterrichtet die Kinder. Der Unterricht findet bis ins 19. Jahrhundert in angemieteten Räumen statt.

1657

Am 19. April stiften Wilhelm Diedrich v. Wendt und seine Frau Alheid von Hoevel das zweite Armenhaus in Diestedde, das am 4. November 1936 abgebrochen wird.

1710

Die Besitzungen der Linie von Wendt zu Crassenstein gehen an die Holtfelder Linie über.

1765

Papst Klemens XIII. (1758-1769) gewährt am 31. März der Kirche in Diestedde einen vollkommenen Ablass bei Gelegenheit des Festes des heiligen Nikolauses.

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