Ein alter Fachwerkschuppen, der bis dahin auf dem Hof Meier an der Oelder Straße stand, wurde 1994 dort abgetragen und im Ortskern wieder aufgebaut. Das Diestedder Backhaus fand seinen neuen Standort im Schatten der Pfarrkirche. Durch Zuschüsse der Nordrhein-Westfalen-Stiftung und des Westfälischen Amtes für Agrarordnung wurde der Heimatverein damals finanziell unterstützt, um dieses Vorhaben überhaupt in die Tat umsetzen zu können. Letztendlich konnte das gesamte Projekt von der Abtragung des Gebäudes bis zu seiner Fertigstellung nahe der Diestedder Pfarrkirche aber nur durch das große ehrenamtliche Engagement vor allem der Diestedder Freiwilligen Feuerwehr und einer Vielzahl von Diestedder Heimatfreunden realisiert werden.
In unzähligen Arbeitsstunden wurde das Gelände vorbereitet, das Fachwerk wieder errichtet, der Ofen gesetzt und schließlich auch das Umfeld des Backhauses hergerichtet. Und gerade dieses Engagement der Diestedder Bürgerinnen und Bürger schien denn auch beim damaligen Dorfwettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" überzeugt zu haben, denn in diesem Jahr wurde Diestedde auch zum Golddorf des Kreises Warendorf gekürt. Seitdem steht das Backhaus natürlich nicht nur den Mitgliedern des Heimatvereins für die verschiedensten Zwecke zur Verfügung. So kann das Backhaus von jedermann für kleinere Feste, Vorträge oder Besprechungen genutzt werden und trägt damit zum lebhaften Diestedder Gemeindeleben bei.
aus: Bruno Stolzenberg: Kulturdenkmale Diestedde (Abbdruck mit freundlicher Genehmigung von P. Stolzenberg)
Nachdem Familie Meier,Diestedde Oelder Str.9 ein altes,unbenutztes Fachwerkhaus vor einem Abriß dem Heimatverein kostenlos zur Verfügung gestellt hatte,beschloss eine außerordentliche Mitgliederversammlung am 26.April 1993 das etwa 150 Jahre alte Wirtschaftsgebäude für die nachfolgenden Generationen als Architektur- und Kulturdendmal zu erhalten. Der Heimatverein als Bauherr organisierte die Zerlegung unter fachkundiger Leitung des Architekten Norbert Heckenkemper aus Stromberg und die Zwischenlagerung auf dem Betriebsgelände von Zimmermeister Franz Weinekötter,wo auch altersmorsche Balken ausgewechselt wurden.Dabei leisteten die Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr Abbruch-und Transportarbeit. Nachdem im Dorfkern die Kirchengemeinde St. Nikolaus dem Heimatverein das Gelände des ehemaligen Gartens des Pastors pachtfrei zur Verfügung gestellt hatte,und die Finanzierung geklärt war,begann der Wiederaufbau in "Pastors Garten" durch Zimmermeister Weinekötter mit seinen Gesellen sowie der Hilfe des Architekten Heckenkemper. Am Samstag,dem ll.September 1993 konnte zur Eröffnung des Pfarrfamilienfestes die Richtkrone aufgezogen werden. An den folgenden Ausbauarbeiten beteiligten sich Fachleute und Mitglieder des Heimatvereins und andere Helfer mit ca. 2220 freiwillig geleisteten Arbeitsstunden. So gelang in beispielhafter Gemeinschaftsleistung die Fertigstellung des Projektes "Backhaus".Diesen Namen bekam es,da das Fachwerkhaus um einen Steinbackofen bereichert wurde,um es auch praktisch nutzen zu können; denn nur genutzte Baudenkmäler werden gepflegt und so erhalten.
Am Sonntag,dem 19.Juni 1994,wurde das Backhaus vom Vorsitzenden des Heimatvereins, Werner Eckey der Öffentlichkeit vorgestellt und erhielt von Pfarrer Johannes Klein den kirchlichen Segen.
Das Projekt "Backhaus" und die damit verbundene Gemeinschaftsarbeit der Dorfbewohner trugen mit dazu bei,dass Diestedde beim Wettbewerb: "Unser Dorf soll schöner werden"auf Kreisebene von der Bewertungskommission am 15.Juni 1994 den ersten Preis und die Goldmedaille erhielt, womit die Teilnahmeberechtigung am Wettbewerb auf Landesebene 1995 verbunden war. Zur Geschichte des Backhauses: Das alte Fachwerkhaus hatte ursprünglich als Wirtschaftsge-bäude auf dem Hof Holtmann,Mühlenweg 9 (heute Eusterschulte) gestanden.Als der Großvater von Anton Meier,Anton Conrad Meier,geb. 7. Januar 1867,seine Dienstzeit auf dem Hof Holtmann ab-schloß, konnte er das Fachwerkgebäude erwerben Er baute es auf seinem Hof um 1900 wieder auf und nutzte es für landwirtschaftliche Zwecke, zuletzt als Eberdeckstation. Einige Jahre vor der 2.Umsetzung stand es unbenutzt und den Umbauplänen des Hofbesitzers im Wege. So kam es zu dem eingangs erwähnten Angebot an den Heimatverein.
Eine Urkundenschatulle,die unter der Schwelle der Eingangstür eingemauert ist,enthält die Geschichte, Baupläne, Veröffentlichungen über die Umsetzung des Fachwerkhauses in der Presse und andere zeitgeschichtliche Dokumente,um sie für spätere Generationen zu sichern. das Backhaus ist inzwischen von der Bevölke-gut angenommen worden. Einmal in der Woche ist Backtag. Ferner tagt der plattdeutsche Krink einmal im Monat in dem einen großen Raum,der etwa 30 Personen Platz bietet. Auch andere kleinere Gruppen und Familien mieten das Haus für eine Feier. Das Denkmal "Backhaus" ist durch seine Nutzung stets in einem gepflegten Zustand.
|
aus "Die Glocke" vom 24.06.2004 |
84 K |



