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Blauer Giebel

Blauer Giebel
Anfahrtsskizze
Walter Jasper präsentiert seine neuesten Werke

Der Blaue Giebel beherbergt das Kunstforum des Diestedder Künstlers Walter Jasper. Walter Jasper präsentiert Kunstinteressenten wechselnde Kunstausstellungen (Steinackerstrasse 34). Der Künstler zeigt Kuriositäten, Funstücke, gemalte Bilder, Objekte und Skulpturen.

Ein spontaner Besuch auf dem Lande ist auf jeden Fall lohnenswert. Walter Jasper öffnet das Kunstforum „Blauer Giebel“ nach vorheriger Anmeldung unter der Telefonnummer 02520-1295. Und wer bei seinem Sonntagnachmittags-Ausflug zur Steinackerstraße 34 auf Platt begrüßt wird, braucht sich nicht wundern, denn der heimatnahe Künstler hebt gerne hervor: „Et wet auk Platt küüert“.

Walter Jasper fasziniert mit seinen Werken im Kunstforum Blauer Giebel

In seinem alten Bauernhaus mit dem namensgebenden blauen Giebel präsentiert der Diestedder Künstler Walter Jasper alte und neue Werke seines künstlerischen Schaffens.

Schon der Eingangsbereich des Kunstforums zeugt von der bemerkenswerten Arbeit des Diestedders: Die alte Tenne des Bauernhofs, den die Großeltern bewirtschafteten, erweist sich als Zeitzeuge des bäuerlichen Lebens, welches Walter Jasper auch in vielen seiner Werke einfließen lässt. Aus Fundstücken werden im „Blauen Giebel“ Relikte längst vergangener Zeiten und lassen diese in ihrer Ursprünglichkeit lebendiger erscheinen als je zuvor. „Ich möchte mit meinen Werken zum Nachdenken anregen“, sagt Walter Jasper zu seinen Objekten und Skulpturen während einer Führung durch sein Atelier, zu der Besucher ein bis zwei Stunden Zeit einplanen sollten.

Die beeindruckende Sammlung seines künstlerischen Schaffens bezeichnet Walter Jasper als „Sammelsurium“: Kuriositäten, Fundstücke, gemalte Bilder, Objekte und Skulpturen säumen das Kunstforum des Diestedders. So verwundert es nicht, dass ein alter Kuhstall nun Kunst in ihren verschiedenen Ausprägungen zeigt und die Futtertröge von einst als Vitrine her halten, die Werke aus oxidiertem Silber mit Farbspielen beherbergen.

Inspirieren ließ sich der Künstler bei seinen neueren Werken besonders von dem Lebenswerk der Annette von Droste-Hülshoff. Nach 20 Jahren kreativer Pause und vielen außerdienstlichen Engagements als Dekorationsmaler entstand eine neue Bilderserie mit romantischen Winterlandschaften und verträumten Schlössern, die im Atelier das Wirken der bedeutenden Schriftstellerin und Dichterin wiederspiegeln und beim Betrachter einen bleibenden Eindruck hinterlassen. „Ich habe mich in meine Winterpoesie gehüllt…“ ist etwa unter einem Landschaftsbild zu lesen, dass das barocke Rüschhaus von Annette Droste-Hülshoff in Münster in winterlicher Idylle zeigt und die lyrische Landschaft der westfälischen Dichterin zum Leben erweckt. Das nächste Bild zeigt Schloss Schwarzenraben in Lippstadt-Bökenförde, dass als Schloss Rabenschwarz neu entsteht, ebenso wie das Renaissanceschloß Hovestadt bei Nacht als weiteres Werk der neuen Miniaturserie im „Blauen Giebel“.

Der Heimatbezug ist dem Künstler wichtig. So „verkriecht“ sich Jasper zwar gerne in eine kleine Ecke seines Ateliers, um neue Miniaturen zu zeichnen, die dann auch schon mal den Ausblick auf den Stall des Nachbarn zeigen, aber seine Reisen führten ihn gemeinsam mit dem befreundeten Sünninghausener Künstler Werner Klenk auch schon oft nach Südfrankreich, wo er sich von den farbigen Welten zu neuen Werken inspirieren lässt. „Ein Foto reicht oftmals nicht aus, um etwas zu Papier zu bringen“, weiß Jasper, der dann auch schon mal unter einem Feigenbaum sitzt, die Natur beobachtet und seine Kunst dann zu Papier bringt, wie etwa das Werk „Im Land der vier Winde“.

Der Vater von Walter Jasper war Malermeister und erkannte das Talent seines Sohnes schon, als dieser im zarten Alter von acht Jahren mit der Malerei begann. Der Vater sollte Recht behalten: Auf der Visitenkarte von Walter Jasper ist zu lesen: „Künstlerisch tätig seit der Geburt“. Sein Talent möchte der Maler weitergeben: Ab Januar will sich Walter Jasper besonders dem Künstler-Nachwuchs widmen. Nach zeitintensiven Aufträgen als Restaurator möchte der Diestedder Künstler feste Seminare für Kunstinteressierte anbieten, die im Atelier oder der Natur mit Malen, Zeichnen, Collagen, Montagen oder freiem Mitarbeiten ihre kreative Ader ausleben sollen. „Ich möchte aber keineswegs als Kunsterzieher fungieren“, bemerkt Jasper, „sondern nur Hilfestellungen geben und neugierig auf die Techniken machen.“ [...] (Text: B. Brüggenthies, 2007)

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